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Frettchen entlaufen -
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Abstammung

 

Frettchen sind Raubtiere (Carnivoren / Fleischfresser). Die ersten Raubtiere bewohnten vor ca. 65 Millionen Jahren die Erde. Das erste marderartige Tier gab es vor ca. 30 Millionen Jahren.

Stammbaum

Die Gruppe der Marderartigen ist diejenige, die die größte Vielfalt unter den Raubtieren aufweisen kann. Insgesamt gibt es 23 Gattungen mit 63 Arten.

Frettchen (lat. Name Mustela putorius furo) stammen vom Iltis ab. Man ist sich jedoch nicht ganz sicher, von welchem. Es wird vermutet, dass der Stammvater des Frettchens der Europäische Waldiltis (lat. Name Mustela putorius) ist. Durch jahrhunderte lange Zähmung und Züchtung in Gefangenschaft, kurz Domestikation, entstand die Haustierform des Iltis, einen durch Mutation entwickelten albinotischen Typ, dem jegliche Pigmentierung fehlt und gekennzeichnet ist durch die roten Augen. Durch spätere erneute Einkreuzungen des Iltisses gelangte man zu den sog. Iltisfrettchen, die durch ihr braunes Fell sowie ihre Gesichtsmaske gekennzeichnet sind.

Seit wann es Frettchen überhaupt gibt, ist ebenso umstritten wie die Frage, von welchem Iltis das Frettchen abstammt. Es gibt Hinweise, die besagen, dass sich die Ägypter bereits vor 5.000 Jahren der Hilfe der Frettchen erfreuten, die die Ratten- und Mäuseplagen dezimierten. Erst später soll dann die Katze gekommen sein und Frettchens Dienste übernommen haben.

Die Griechen kannten zwar Frettchen, jedoch gab es in Griechenland keine.

Aristophanes schrieb ca. 450 v. Chr. beiläufig in einer Komödie über Frettchen.

Aristoteles erwähnte 320 v. Chr. “Ictis”, welcher gerne Jagdhelfer sei und Honig und Vögel fräße.

Der Römer Strabo schreibt 69 v. Chr., dass Frettchen zur Kaninchenjagd eingesetzt wurden.

Plinius der Ältere schilderte, dass Kaiser Augustus Frettchen (“Viverrae” - wie er sie nannte) auf die Balearen schickte, um der Kaninchenplage Herr zu werden.

Dschingis Khan soll angeblich im 13. Jahrhundert schon mit Frettchen gejagt haben.

Im Mittelalter war das Frettchen sehr verbreitet und beliebt bei Adligen und Würdenträgern der Kirche. 1390 n. Chr. wurde sogar ein Gesetz erlassen, welches besagte, dass man Frettchen erst ab einem bestimmten Mindesteinkommen besitzen darf.

Viktoria mit frett

Königin Viktoria von Britannien war so närrisch mit Frettchen, dass sie sich sogar mit einem Frettchen porträtieren ließ und sie als Gastgeschenke für Staatsgäste überreichte.

 

In Deutschland wird erstmals im 16 Jahrhundert von Frettchen gesprochen. Petrus de Crescentus beschrieb in seinem Buch die Kaninchenjagd mit dem “Furon”.

Der Siegeszug der Katze war ca. im 19. Jahrhundert beendet. Sie war es nun, die Maus und Ratte von den Höfen fernhielt und dafür sorgte, dass das Frettchen nur noch den Jägern ein Begriff war. Die Katze dient dem Menschen mittlerweile auch nicht mehr vordergründig zum Jagen von kleinen Plagegeistern. Sie ist dafür verantwortlich, dem Menschen als treuer Gefährte bei abendlichen Kuschel- und Schmusestunden stets zur Seite zu stehen. Aber auch Frettchen sind in den letzten Jahren auf dem Vormarsch und verdrängen aus so manchem Haushalt wieder die gemeine Hauskatze. Die Frettchen sind zurück! Als treue Haustiere, die ihre Herrchen jeden Tag mit ihrem Witz und Charme verführen.

Bedingt durch die jahrhundertlange Domestikation, sind Frettchen auf die menschliche Hand angewiesen und können deshalb in aller Regel nicht in freier Natur überleben. Solltet Ihr also ein freilaufendes Frettchen ohne Herrchen entdecken, fangt es bitte ein und kontaktiert einen Tierschutzverein bzw. eine Frettchenhilfe. 

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