Alles über Frettchen

Abstammung

Anschaffung

Unterbringung

Verhalten / Erziehung

Ernährung

Gesundheit / Krankheit

Anatomie

Vergesellschaftungen

Frettchen entlaufen -
was ist zu tun?

DOWNLOADS

Anatomie

 

Zähne

Frettchen sind Raubtiere, welche durch die speziellen Reisszähne, die dem Zerkleinern von Fleischbrocken dienen, gekennzeichnet sind. In den ersten zwei Wochen ist das Frettchen noch zahnlos. Die ersten Milchzähne bilden sich ab der zweiten Lebenswoche und sind bis zur sechsten Lebenswoche vollständig ausgebildet. Das Milchzahngebiss umfasst 28 Zähne, die wie folgt angeordnet sind: 

 

Oberkiefer

Unterkiefer

6 Schneidezähne

6 Schneidezähne

2 Eckzähne

2 Eckzähne

6 Vorderbackenzähne

6 Vorderbackenzähne


 Bereits ab der siebten Lebenswoche beginnt das Wachstum des Dauergebisses, das bis zur sechzehnten Lebenswoche abgeschlossen ist. Das vollständige Dauergebiss umfasst 34 Zähne, die wie folgt angeordnet sind: 

Oberkiefer

Unterkiefer

6 Schneidezähne

6 Schneidezähne

2 Eckzähne

2 Eckzähne

6 Vorderbackenzähne

6 Vorderbackenzähne

2 Backenzähne

4 Backenzähne

Gebiss Gebiss

 

Körper

Frettchen sind gedrungene Tiere, die dem Körperbau des Wiesels und des Marders ähneln. Rüden werden ohne Rute ca. 35 – 50 cm lang, die Fähen hingegen nur 25 – 40 cm.

Das Gewicht des Rüden liegt zwischen 1 – 2 Kilogramm, das der Fähe zwischen 0,5 – 1,2 Kilogramm. Zweimal jährlich kommt es zu Gewichtsschwankungen, die unmittelbar mit dem Jahreszeitenwechsel in Verbindung stehen. Gegen Beginn der Herbstzeit frisst sich das Frettchen einen Fettvorrat an, der eine Schwankung von rund 30 % des Gewichtes ausmachen kann. Beginnen die Tage wieder länger zu werden, sprich im Frühjahr, bildet sich das Fettpolster etwa um die gleiche Schwankung wieder zurück.

 

Die Branten sind relativ kurz und stämmig. Die Tiere erreichen daher nur eine Körperhöhe zwischen 12 – 19 cm. Frettchen gehören zu den Sohlengängern. Sie haben an jedem Fuß fünf Zehen, an welcher je eine nicht zurückziehbare Kralle sitzt.

 

Da Frettchen von Höhlenbewohner abstammen, befinden sich sowohl auf der Oberlippe, als auch an den Brauen lange Tasthaare, die es ihnen ermöglichen, sich in dunklen und engen Bauten zurecht zu finden. Die Zapfen der Netzhaut sind nicht gut ausgebildet, was auf ein vermindertes Sehvermögen ohne viel Farbsicht schließen lässt. Die Ohrmuscheln sind rundlich bis leicht dreieckig und deuten auf ein gutes Hörvermögen hin. Der Geruchssinn des Frettchens ist exzellent ausgebildet.

Die Wirbelsäule beinhaltet 30 Wirbel, die sich in 7 Halswirbel, 14 Brustwirbel, 6 Lendenwirbel und 3 Kreuzbeinwirbel unterteilt. Der Schwanz hat ca. 14 – 18 Schwanzwirbel. Insgesamt weist das Frettchen 14 Rippenpaare auf. Das Schlüsselbein im Schultergürtel ist nicht vorhanden. Den Tieren ist es aufgrund von nur einer Zentralarterie im Halsbereich möglich, ihren Kopf um ca. 180 ° zu drehen.

RŲntgenbild
 

Der Darm des Rüden ist ca. 240 cm, der der Fähe ca. 190 cm lang und ist aufgrund der höheren pflanzlichen Nahrungsaufnahme etwas länger als beim wildlebenden Iltis. Der Blinddarm fehlt. Am Enddarm – in der Nähe des Afters - sitzen die sogenannten Analdrüsen, die bei Bedrohung, Gefahr oder sogar totaler Entspannung ein Sekret aussondern, was unter dem Namen „Mustelin“ bekannt ist. Nach dem in Deutschland geltenden Tierschutzgesetz stellt die Entfernung der Analdrüsen ohne medizinische Indikation einen unnötigen Eingriff in den Tierkörper dar und ist daher untersagt. Bedingt durch jahrtausende lange Domestikation, haben sich Gehirn, Herz und Niere um bis zu 30 % gegenüber dem wildlebenden Iltis zurückgebildet. Frettchen sind daher nicht mehr an die Gegebenheiten der Natur angepasst und könnten - auf sich selber gestellt - nicht überleben.

Wiegen

Hier das Ultraschallbild einer gesunden Frettchenniere.

 

Geschlechtsorgane

Den Penis des Rüden findet man ungefähr in Nabelhöhe. Die Hoden sinken während der Ranzzeit in das Skrotum (=Hodensack) ab. Charakteristisch für den Rüden ist der sogenannte Penisknochen.

Bei der Fähe sitzt die Vulva unmittelbar unter dem After. Während der Ranzzeit sind die 4 Zitzenpaare deutlicher wahrzunehmen. 

 

Sonstiges

Das Herz des Frettchens schlägt ca. 210 bis 260 mal pro Minute, hat eine Größe von ungefähr 4,5 cm (Umfang ca. 7 cm) und ist ca. 4-6 Gramm schwer. Die Atemfrequenz liegt in der Minute zwischen 30 und 50 Atemzügen.

Die Körpertemperatur liegt bei ungefähr 38,5 – 39,5 °C.

cron