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Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt, Euch Frettchen zuzulegen, müsst Ihr im Vorfeld natürlich einige Dinge bedenken und auch beachten. Wie bei jedem Haustier, sollte man sich auch bei Frettchen wirklich einhundertprozentig sicher sein, dass man Zeit ihres Lebens für sie sorgen möchte und sie gern gesehene Mitbewohner sind – mit allen Konsequenzen. Für theoretische Aufklärung sorgen Bücher (z.B. Frettchen für Dummies von Kim Schilling) oder das Stöbern in diversen Frettchenforen sowie Frettchenseiten im Netz. Für praktische Aufklärung ist es ratsam, einen Schnupperbesuch bei erfahrenen Haltern zu machen und diese auch mit Fragen zu löchern. In einem persönlichen Gespräch lässt sich vieles einfacher erklären und verstehen.

Nachstehend die wesentlichen Punkte, die es im Vorfeld zu bedenken / beachten gilt:

    Frettchen brauchen Frettchen

  • Frettchen sind sehr gesellige Tiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten. Aus diesem Grund sollten Frettchen niemals alleine gehalten werden. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass man für mindestens 2 Frettchen die Verantwortung, die Kosten und die Zeit aufwenden muss. Sich zunächst ein Frettchen anzuschaffen, um zu sehen, ob man auch mit dem Tier Frettchen zurecht kommt, ist eine von uns häufig beobachtete Handlungsweise von "Anfängern". Das ist aber leider völliger Nonsens! Einzelhaltung bei Frettchen ist nicht artgerecht und wenn man sich für Frettchen entscheidet, dann bitte mit allen Konsequenzen.
     
  • Frettchen können 6-10 Jahre alt werden. Keiner von uns weiß, was in 6-10 Jahren ist, aber man sollte die Frettchen gedanklich mindestens für diese Zeit in der eigenen Planung berücksichtigen und ihnen gerecht werden können – natürlich aus heutiger Sicht.
     
  • Frettchen sind sehr zeitintensive Tiere, die einen hohen Bewegungsdrang haben. Sie sollten daher die Möglichkeit haben, mindestens 3 Stunden pro Tag Auslauf genießen zu dürfen. Je mehr, desto besser und desto ausgeglichener sind auch die Tiere. Ebenso reicht ein kleiner Käfig nicht aus. Die Mindestgrundfläche eines Käfigs für 2 Frettchen beträgt 2,5 m². Für jedes weitere Frettchen müssen noch 0,5 m² mehr eingerechnet werden. Mehr zu den unterschiedlichen Haltungsformen findet Ihr in der Rubrik "Unterbringung".
     
  • Frettchen sind hartnäckig, wenn sie irgendwo hin möchten. Sie probieren es stundenlang und jeden Tag aufs Neue. Irgendwann klappt es womöglich auch einmal. Alle Gegenstände, die bewegt werden können, werden mit Sicherheit auch bewegt. Dabei kann auch mal was kaputt gehen. Eine frettchensichere Wohnung zu gestalten, ist zwar nicht unmöglich, zwingt einen aber hin und wieder, gewisse Kompromisse einzugehen. Offene Regale sind ebenso unsicher wie Bodenvasen, Pflanzen in erreichbarer Nähe und vieles, wirkliches vieles, vieles mehr. Ein Auge sollte man auf gummiartige Gegenstände werfen. Diese gehören nicht in erreichbare Nähe der Frettchen. Kleinteile, die so verschluckt werden, können unter Umständen zu einem Darmverschluss führen, der in vielen Fällen tödlich endet.
     
  • Frettchen sind Frettchen und eben keine Katzen und auch keine Hunde. Das hat sich leider zu sehr vielen Tierärzten noch nicht rumgesprochen. Viele Tierärzte erkennen deshalb Krankheitssymptome nicht oder interpretieren sie schlichtweg falsch. Eine richtige Behandlung ist aufgrund dessen selten möglich. Wer seine Frettchen richtig und gewissenhaft untersucht haben möchte, was eigentlich selbstverständlich ist, sollte einen frettchenkundigen Tierarzt aufsuchen, der vielleicht auch etwas weiter entfernt ist. Ebenso sind auch nicht die Kosten zu unterschätzen. Hier darf man nicht nur an die jährliche Untersuchung und Schutzimpfungen denken, sondern auch an die Kosten, die entstehen können, wenn das Frettchen einmal krank wird. Da kann unter Umständen schnell ein hoher Betrag zusammenkommen.
     
  • Frettchen werden in sehr seltenen Fällen wirklich stubenrein. Es kann immer mal vorkommen, dass etwas daneben geht. Damit muss man sich abfinden. Selbst wenn sie aufs Klo gehen, schleppen sie automatisch auch ein bisschen Katzenstreu mit hinaus. Ebenso haben Frettchen instinktbedingt den Drang, ihre Nahrung zu verschleppen, was man auch Bunkern nennt. Kurzum, Frettchen können in wirklich atemberaubend schneller Zeit ein ganzes Zimmer ins heillose Chaos stürzen. Wer Frettchen hat, darf keine Angst vorm Putzen haben und sollte immer einen Extravorrat an Küchenrollen haben.
     
  • Man sollte bedenken, dass man auch einmal in den Urlaub fahren möchte oder andere Notfälle (Krankenhausaufenthalte) eintreten können. Wohin dann mit den Frettchen? Nicht jeder traut sich die Betreuung von Frettchen zu. Augrund eventueller Unreinheit können sie auch nicht einfach so in irgendeine Wohnung gesetzt werden. Weiß derjenige, der die Frettchen betreuen soll, mit welchen Kleinguerillas er es zu tun hat?
     
  • Frettchen haben ihren natürlichen Eigengeruch, der auch mit regelmäßigem Baden mit Frettchenshampoo nicht weg geht (hiervon ist ohnehin Abstand zu nehmen, mehr dazu in der Rubrik Gesundheit / Krankheit). Manch einen stört der Eigengeruch, manch einer liebt es. Daher ist vor jeder Anschaffung dringend zu einem sog. Schnupperbesuch bei Frettchenhaltern zu raten. Hier kann man sich sein eigenes Urteil bilden, ob einem dieser Geruch zusagt. Schaut doch mal in unserem Forum, da haben wir den Schnupperbesuchen eine eigene Kategorie gewidmet.
     
  • Liegt eine Tierhaarallergie gegen Katzen vor, heißt das nicht gleich, dass man auch gegen Frettchen allergisch ist. Die Wahrscheinlichkeit ist aber natürlich hoch. Ist man unsicher, kann man einen speziellen Allergietest durchführen lassen. Frettchenhalter geben Euch sicherlich gerne ein paar Testhaare.
     
  • Wenn schon andere Tierarten im Haushalt leben, sollte man wissen, welche Tiere man unter Umständen aneinander gewöhnen kann (z.B. manche Katzen und manche Hunde) und welche nicht (z.B. Nager, Vögel). Katzen und Frettchen stellen in der Regel kein Problem dar, sofern jede Tierart eine Rückzugsmöglichkeit hat. Bei Hunden kommt es auf die jeweilige Rasse an. Jagdhunde harmonieren eher weniger mit Frettchen. Aquarien und Terrarien sind unproblematisch, sofern das Aquarium eine Abdeckung hat und vor dem Terrarium ein Schloss hängt. Auf keinen Fall sollten Nagetiere mit Frettchen in unmittelbarer Nähe zueinander gehalten werden, da sie für die Frettchen Beutetiere sind. Die Tiere, Frettchen und Nagetiere, wären permanent im Stress. An dieser Stelle der Hinweis, dass ein andere Tierart niemals den Frettchenpartner ersetzten kann! Frettchen brauchen Frettchen und keine Hunde, Katzen oder sonstigen Tiere!
     
  • Nicht weniger wichtig ist die Frage, ob Tierhaltung und speziell auch die Frettchenhaltung in der Wohnung erlaubt ist? Das Einverständnis aller im Haushalt lebenden Personen sollte genauso vorliegen, wie auch die Genehmigung des Vermieters. Die Frettchen lässt man sich hierbei am besten in den Mietvertrag eintragen.



Ist die Entscheidung für Frettchen gefallen, liegt eine Einverständniserklärung des Vermieters / der Mitbewohner vor und sind alle Punkte bedacht, sollte man – bevor die Frettchen einziehen – die Grundausstattung beisammen haben. Folgende Dinge werden benötigt:


Wohnen:
   * artgerechte Unterkunft (Käfig, Außengehege, Zimmer)
   * Schlafhaus (bei Außengehegen im Winter isoliert)
   * Kuscheltücher (auch zum Wechseln)
   * Hängematten (auch zum Wechseln)




Fressen:
   * Fressnäpfe
   * Wasserschalen / Trinkbrunnen
   * Trockenfutter
   * Frisches Futter / Nassfutter
   * Multi-Vitaminpaste und / oder ggf. andere Leckerchen
   * evtl. Murnil-Pulver, Lebertran oder Öl zur Unterstützung des Fellwechsels 
   * evtl. Katzenvitaminflocken (mischt man unter das Futter)

Trinkbrunnen Trinkbrunnen

Klo:
   * mindestens ein Klo
   * Dreck-Schaufelsieb zum Aussieben der benutzten Toiletten 
   * verschließbarer Dreckeimer (DAS möchte keiner in seinem Hausmüll)
   * Katzenstreu (auf gar keinen Fall Nagereinstreu!)

Katzenklo

  

Sonstiges:
   * Transportmöglichkeit / Kennel
   * Krallenschere
   * Spielzeug (Bällchen, Säckchen, aber Vorsicht bei Gummi)
   * diverse Kuschelkörbchen oder -höhlen für die Wohnung
   * evtl. Leinen + Geschirre
   * Röhren -> das ultimative Spielzeug!
   * evtl. Ohrenreinigungsmittel (am besten beim TA zu beziehen)

FKEnnel



Wenn Ihr jetzt soweit seid, dass die Frettchen einziehen können, bleibt die Frage, für was man sich entscheiden soll: Welpen oder adulte, sprich erwachsene Frettchen? Unsere Erfahrungen besagen, dass Anfänger sehr häufig mit Welpen überfordert sind. Sicherlich sehen Welpen süß aus, aber sie haben auch den Schalk im Nacken. Grenzen gibt es für sie kaum, Stubenreinheit ist meist ein Fremdwort und das Zwicken ist teilweise extrem heftig. Für Anfänger empfehlen wir im Allgemeinen adulte Tiere. Diese kennen meist ihre Grenzen, wissen, wozu ein Klo da ist und sind nicht mehr ganz so überdreht. Als neuer Halter muss man nicht seine ganze Zeit in Erziehung stecken, sondern kann die gemeinsame Zeit genießen.

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