Alles über Frettchen

Abstammung

Anschaffung

Unterbringung

Verhalten / Erziehung

Ernährung

Gesundheit / Krankheit

Anatomie

Vergesellschaftungen

Frettchen entlaufen -
was ist zu tun?

DOWNLOADS

Vergesellschaftung

 

Wer einmal mit Frettchen angefangen hat, den packt ggf. irgendwann der Gedanke, die bestehende Gruppe zu erweitern und weiteren Frettchen ein Zuhause zu geben.

Wichtig ist in diesem Fall eines: nicht der Mensch sucht aus, sondern die Frettchen!

Wer diesen Ratschlag beherzigt, erspart sich womöglich viel Stress, denn wenn die vorhandenen Frettchen die Wahl treffen können, kann man meist beim ersten Zusammentreffen schon beurteilen, ob eine Aussicht auf Vergesellschaftungserfolg besteht oder nicht.

In der Regel sollte es Euch gestattet sein, Eure Frettchen mitzubringen, wenn Ihr Eure Gruppe erweitern möchtet. Dass Eure Frettchen gesund und geimpft sein sollten, versteht sich dabei von selbst. Klärt das im Vorfeld aber dringend noch einmal ab. Ist es Euch -aus welchen Gründen auch immer- nicht gestattet, Eure vorhandenen Frettchen mitzunehmen, überlegt Euch, ob Ihr das Risiko eingehen möchtet. Last but not least solltet Ihr unbedingt abklären, ob Ihr das oder die neuen Frettchen im Falle von absoluter Unverträglichkeit wieder zurückgeben könnt. 

gemeinsames Fressen

 

Ein Wort vorab: immer wieder werden wir mit dem Wort "Welpenschutz konfrontiert. Damit ist gemeint, dass Welpen bei älteren, fremden Tieren eine gewisse Narrenfreiheit haben und in aller Regel akzeptiert werden. Das ist bei Frettchen leider nicht der Fall! Es gibt keinen Welpenschutz bei Frettchen. Frettchen, die Welpen auf Anhieb akzeptieren und nachsichtig mit ihnen zu sein scheinen, wären dies höchstwahrscheinlich auch bei bzw. mit älteren Frettchen.  

Generell schwieriger sind Vergesellschaftungen bei Einzeltieren, die lange oder längere Zeit alleine waren, da sie ihre Artgenossen schlichtweg nicht mehr kennen. In solchen Fällen sollte man sich dringend Rat in einer Frettchenhilfe holen und sich bei der Vergesellschaftung unterstützen lassen. Nicht jedes Frettchen ist für eine Vergesellschaftung mit einem Frettchen geeignet, was den Umgang mit Artgenossen verlernt / vergessen hat. Hier muss besonders sensibel vorgegangen werden. Angestrebt werden sollte dennoch, dem Frettchen die Artgenossen nicht vorzuenthalten.  

Bitte seid besonders behutsam bei Vergesellschaftungen mit älteren und / oder kranken Tieren. Sie sollten in keinem Fall andauerndem Stress und heftigeren Beissattacken ausgesetzt werden. Zum Wohle dieser Frettchen kann es manchmal auch das Beste sein, sie nicht zu vergesellschaften und eine Einzelhaltung in Kauf zu nehmen. Auch hier kann Euch eine Frettchenhilfe unterstützend und beratend zur Seite stehen. 

Treffen die sich fremden Frettchen erstmals aufeinander, sollte dieses Zusammentreffen gewissen Regeln unterliegen:
 

  • Bringt die Frettchen nach Möglichkeit auf neutralem Gebiet (ein Zimmer, zudem die Frettchen sonst keinen Zutritt haben) zusammen, da nur dort keine Revieransprüche geltend gemacht werden können. Achtet darauf, dass in diesem Zimmer alle Ecken zugänglich sind, so dass Ihr als Halter im Falle eines bösartigen Kampfes gleich dazwischen gehen könnt, ohne an Hindernissen wie Couchgarnituren und anderen Möbeln zu scheitern. Es ist aber leider nicht gesagt, dass sich Frettchen, die sich auf neutralem Gebiet verstehen, auch dann verstehen, wenn sie wieder im eigenen Revier sind. Es kann immer zu Rangeleien kommen.
     
  • Versucht zunächst, die Frettchen zusammen Paste schlecken zu lassen. Entweder, Ihr habt sie dabei auf dem Arm oder aber Ihr präpariert den Boden oder gar die Nackenpartien der Frettchen damit. Während des Schleckens beobachtet, wie sie sich verhalten.


    • Gehen sie, nachdem die Paste leer ist oder gar schon vorher, sofort aufeinander los und verbeißen sich heftig ohne sich voneinander zu lösen, fallen gar noch permanent Stinkbomben und Angsthäufchen, trennt die Streithähne oder -hühnchen. Eine Vergesellschaftung solcher Tiere ist als eher schwierig zu beurteilen.
    • Gehen sie kurz aufeinander los, lassen aber wieder los und ziehen ihrer Wege, ist die Beurteilung günstig, aber eine Vergesellschaftung kann eine Weile in Anspruch nehmen.
    • Optimal ist eine Vergesellschaftung dann, wenn sich die Frettchen füreinander interessieren, sich nichts tun und sogar bald darauf zu spielen anfangen. Der Traum aller Frettchenhalter, aber leider eine Seltenheit.
       
  • Bleibt bei den Frettchen und beobachtet sie! Lasst sie keinesfalls ohne Aufsicht alleine.

Lassen Frettchen Angsthäufchen oder Stinkbomben fallen, ist nicht gleich davon auszugehen, dass die Situation aussichtslos ist. Es ist ein Anzeichen dafür, dass Angst im Spiel ist. Diese Angst können Frettchen mit der Zeit verlieren. Weitere Versuche sollten aber nur dann gestartet werden, wenn es das Alter und der Gesundheitszustand der Frettchen auch zulassen. Prinzipiell sind alte und kranke Frettchen vor Stress zu schützen. Handelt es sich bei den Streithähnen oder −hühnchen aber um robuste, junge, psychisch stabile Frettchen, kann man es erneut versuchen, sie aneinander zu gewöhnen. Wichtig ist in diesem Falle, dass man den Frettchen zunächst eine getrennte Unterkunft stellen kann. Bewährt hat es sich, die Kuscheltücher auszutauschen, dass der Geruch des / der Neuen allgegenwärtig ist. Spielt mit den Frettchen zunächst getrennt und powert sie richtig aus. Mit ruhigen, ausgelasteten Tieren ist ein erneuter Kennenlern−Versuch besser und leichter durchzuführen, als mit überdrehten Frettchen, die alles andere als neue Frettchen im Kopf haben. Alsbald sollte eine Besserung des Zustands aber eintreten, andernfalls ist davon auszugehen, dass diese Frettchen sich nicht aneinander gewöhnen werden. Zum Wohle aller sollte dann abgebrochen werden.

 

Generell sollte man bei den Rangeleien nur dann dazwischen gehen bzw. eine Vergesellschaftung abbrechen, wenn man merkt, dass ein Frettchen ständig ohne Rücksicht auf Verluste verprügelt wird (kleinere Abschürfungen im Nacken sind in Ordnung, blutige Wunden hingegen nicht!), es permanent Angsthäufchen fallen lässt, es sich nur noch zurückzieht, apathisch wirkt, mit Durchfall reagiert, einen anormalen Gewichtsverlust erfährt und man einfach merkt, dass es starkem psychischem Stress ausgesetzt ist. Es macht keinen Sinn und keinen fröhlich, Frettchen zu zwingen, miteinander glücklich zu werden. Handelt es sich hingegen um "normale" Rangeleien, sollte man die Frettchen das auch austragen lassen. Übertragt das gedanklich mal auf uns Menschen: wenn wir eine fremde Person in die Wohnung gesetzt bekommen, die dann dort leben soll, müssen auch wir erst einmal ein paar Dinge klären. Nicht anders ist das bei Frettchen.

 

In den seltensten Fällen ist eine Vergesellschaftung so harmonisch, dass gleich ab dem ersten Tag alles rund läuft. Wenn doch: herzlichen Glückwunsch! Wenn nicht, nicht aufgeben. Ihr solltet mit der Zeit aber immer kleinere Verbesserungen feststellen können. Manche Vergesellschaftungen nehmen ein bisschen Zeit in Anspruch. Beobachtet Eure Tiere, dann werdet Ihr schon wissen, was zu tun ist. Falls Ihr Euch dennoch unsicher seid, könnt Ihr auch bei einer Frettchenhilfe nachfragen, ob sie Euch unterstützen oder helfen, die Situation einzuschätzen.

Wie Ihr merkt, gibt es leider kein ultimatives Patentrezept. Jedes Frettchen ist anders, reagiert anders und empfindet anders. Wichtig ist, dass Ihr sie immer genau beobachtet.

Geht alles gut, sieht es am Ende so aus:

 

Frettchenknšuel
cron