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Frettchen entlaufen -
was ist zu tun?

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Verhalten und Erziehung

 

Diese Rubrik widmet sich den Eigenarten, dem Verhalten und den Macken von Frettchen. Frettchen sind spezielle Tiere. Jeder, der sie einmal erlebt hat, wird das sicherlich bestätigen können.

 

Geräusche / Lautgebungen

 

Frettchen sind im Allgemeinen sehr ruhige Tiere, aber dennoch sind sie zu verschiedenen Lautgebungen in der Lage. Folgende Laute sind bei Frettchen zu hören:

  • Muckern
    Das wohl typischste Geräusch. Muckern hört sich für uns Menschen eher nach einem Stottern an. Meistens auch in sehr hohen Tönen. Muckern ist Erregung oder Aufregung im Positiven wie im Negativen. Gemuckert wird entweder, weil das Frettchen sich wohl fühlt (beispielsweise beim Spiel mit Artgenossen) oder weil es in einer ungewohnten Situation steckt (beispielsweise bei Vergesellschaftungen). Der Halter von Frettchen erkennt meist schnell, was das Frettchen ausdrücken möchte: Freude oder Unbehagen und kann – falls nötig - reagieren.

     
  • Fauchen
    Ja, auch fauchen können Frettchen. Das hört sich für uns an, als würde ein Asthmatiker keuchen. Vielfach ist das Fauchen in Verbindung mit einem Flaschenbürstenschwanz zu beobachten. Fauchen ist immer Ausdruck von Unbehagen. Das Frettchen ist ängstlich, das Frettchen ist von irgendetwas gestört oder es weist einen Artgenossen in seine Schranken. Faucht ein Frettchen, kann man beruhigend auf es einreden.

     
  • Schreien
    Seltener ist ein Schreilaut von einem Frettchen zu hören. Langanhaltende Schreie sind oft bei Vergesellschaftungen zu hören (das schreiende Frettchen hat Angst), ein einzelner, lauter Schrei, der auch als Bellen bezeichnet wird, ist dann zu hören, wenn sich ein Frettchen ganz fürchterlich erschreckt. Dem Schreien ist nachzugehen, da das kein „normaler“ Laut ist. Frettchen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, neigen ebenfalls zu Schreilauten, die dann wie Wehklagen klingen. Das ist schlimm und kann einfach verhindert werden, indem Ihr genau schaut, von wo Eure Frettchen kommen.
 

Körpersprache

 

Freuen sich Frettchen oder sind sie in absoluter Spiellaune, dann führen sie ihren Artgenossen und Menschen oftmals einen wilden Tanz vor. Dieser Tanz drückt im Allgemeinen pure Lebensfreude aus. Häufig wird der Tanz begleitet von wildem Muckern, insbesondere dann, wenn noch andere Frettchen im Haushalt leben. Sie rennen rückwärts, dann wieder vorwärts, schlagen Purzelbäume und schmeißen den Kopf hin und her. Der Mensch ist dann aufgefordert, mitzuspielen. Denn auch, wenn man mehere Frettchen hat, möchten diese dennoch gerne, dass der Mensch sich am Spiel beteiligt.

Flaschenbuerste

Sind Frettchen aufgeregt, da sie in einer ihnen unbekannten Umgebung sind oder ihnen ungekannte Frettchen (oder andere Tiere) gegenüber stehen, so stellen sie ihr Haarkleid auf. Auch das Fell am Schwanz wird abgespreizt, so dass die Rute die Form einer Flaschenbürste annimmt.

Aber nicht nur der Schwanz des Frettchens "verändert" sich. So können sie sich auch komplett aufplustern, sich größer machen, indem sie einen Buckel formen und anfangen, auffällig rumzutappsen. Häufig ist zu beobachten, dass sie dabei mit den Vorderpfoten am Boden scharren. Diese Körperhaltung drückt Unbehagen aus. Indem sie sich größer machen, wollen sie sich dem Gegenüber als gefährliches Wesen darstellen.

Was man als Halter auch oft bemerken kann, ist Schwanzwedeln. Schwanzwedeln ist immer ein Anzeichen von Aufregung - positiv wie negativ. Im positiven Sinne ist es häufig bei Frettchen zu beobachten, die miteinander in Röhren spielen. Negativ gemeintes Schwanzwedeln kann vorkommen, wenn das Frettchen durch eine Absperrung gehindert ist, zu einem anderen, ihm unsympathischen Frettchen zu kommen.

 

Beißen

 

Hier muss zunächst die Frage geklärt werden, ob es sich wirklich um Beißen handelt oder ob es nicht vielleicht doch eher ein Zwicken ist. Frettchen fordern zum Spiel auf, indem sie ihr Gegenüber zwicken. Sie rennen dann häufig mit aufgerissenem Mäulchen auf ihr gewähltes Spielziel zu. Das ist ein leichter bis mittelstarker Kniff in Hände, Füße oder sonstige Körperteile, der aber vom Frettchen selbstständig nach kurzer Zeit wieder gelöst wird, um wild herumzuhüpfen. Spielerisches Zwicken kann den Frettchen nicht abgewöhnt werden, da es instinktbedingt ist, jedoch hat man einen Einfluss auf die Intensität des Spielbisses, was das Frettchen auch mit der Zeit verstehen wird.

Bissversuch

Bekannt ist auch das Unsicherheitsbeißen. Gerade, wenn ein Frettchen neu im Haushalt ist und das Vertrauen noch nicht da ist, hackt es dem Menschen kurz in die Hand, lässt wieder los und zieht seiner Wege. Das soll ausdrücken: lass mich in Ruhe! Diese Art von Beißen ist dem Frettchen sehr schnell abzugewöhnen. Man braucht nur Geduld und Zeit, in der sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Zeigt dem Frettchen, dass Ihr es gut mit ihm meint. In der Regel verstehen sie das sehr schnell. 

Beisst das Frettchen allerdings richtig, was eher seltener ist, wird es den Kiefer nicht mehr öffnen und verharrt an dieser Stelle. Das schlimmste, was man jetzt machen kann, ist das Körperteil, an dem das Frettchen hängt, zu bewegen, denn dann wird es nachbeißen und die Zähne immer tiefer ins Fleisch bohren. Hier muss man Ruhe bewahren, auch wenn einmal Blut fließt. Man hebelt dem Frettchen langsam mit der freien Hand vorsichtig den Kiefer auf, redet beruhigend auf selbiges ein und hofft, dass man noch einmal mit dem blauen Auge davon kommt. Solche Tiere haben in ihrem bisherigen Leben meistens keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht und sind daher nicht für Anfänger geeignet. Dieses Beißen lässt sich meistens auch mit viel Ruhe, Geduld und Liebe abgewöhnen oder zumindest bessern. Das erfordert jedoch schon eine gewisse Sachkenntnis. 

Um erzieherisch auf das Frettchen einzuwirken, muss man sich für eine Art entscheiden, wie man mit seinem Frettchen schimpft. Typisch ist, wenn man es in die Tragschlaffe nimmt, ein wenig (aber nicht zu grob) schüttelt und etwas lauter und bestimmt „Nein“ sagt. Bei dem Tragschlaffengriff ist der Hintern mit der anderen Hand zu stützen. Oder man faucht das Frettchen an und setzt es weg. Das ist Frettchensprache, die verstanden wird. Diese oder eine andere Prozedur muss aber beibehalten werden. Wechselt man sein Schimpfen, so wird es das Frettchen nicht verstehen. Schlagen, Treten und Wegschmeißen der Tiere sind tabu! 

Am besten „arbeitet“ man mit Frettchen dann, wenn sie müde sind. Zuvor kann man es auspowern. Das macht man am besten mit Spielzeug, was einen ausreichenden Abstand zwischen Hand und Frettchen gewährleistet (beispielsweise eine Spielangel oder ein Handtuch). Wenn Frettchen müde sind, lassen sie sich eher auf die Arbeit mit dem Menschen ein.

Hier einige Tipps, um das Frettchen an die Hand zu gewöhnen:

  • Es öfter einmal hochnehmen, gleich wieder heruntersetzen und dabei liebevoll auf es einreden.
  • Multi-Paste von der Hand abschlecken lassen (am besten auf der gespannten Handinnenseite, diese bietet keine Abgriffsfläche).
  • Nur Mut! Keine Handschuhe tragen (ein Frettchen weiß nicht, dass sich unter dem Handschuh eine Hand verbirgt)
  • Leckerchen anfangs ausschließlich aus der Hand geben, damit es begreift, dass die Hand nicht schadet, sondern, dass nur Gutes davon kommt!
  • Rennt nicht hinter dem Frettchen her und / oder bedrängt es. Lasst es selber entscheiden, wann es zu Euch kommen möchte.

Kuscheln

 

Frettchen und Katzenklos

Frettchen auf dem Klo

Frettchen lassen sich problemlos an eine Katzentoilette gewöhnen. Jedoch muss man dazu sagen, dass Frettchen in den seltensten Fällen zu einhundert Prozent stubenrein werden. Es kann immer einmal etwas daneben gehen. Wichtig ist, dass man eine ausreichende Anzahl von Toiletten aufstellt, damit das Frettchen, wenn es muss, keine all zu weiten Wege zurücklegen muss. In die Katzentoilette kommt Katzenstreu, am besten Klumpstreu. Müssen Frettchen, drehen sie sich um und tappeln ein paar Schritte rückwärts. Unter Frettchenhaltern nennt man das "Einparken". Sieht man also, dass ein Frettchen an einer dem Menschen nicht zusagenden Stelle einparkt, kann man es sich schnappen, den Schwanz unter den Bauch klemmen und auf eine Toilette setzen. War das Frettchen brav auf der Toilette, vergesst nicht, es mit einem Leckerchen oder etwas Paste zu loben. Seid bitte konsequent. Denn einmal auf´s Klo setzen und einmal nicht, trägt nicht dazu bei, dass das Frettchen versteht, was Mensch von ihm will. An Stellen, wo sie nicht hinmachen sollen, aber dennoch dazu tendieren, stellt einen Napf hin oder legt ein Kuscheltuch aus. Katzenfernhaltespray und Essig zeigen meist keine Wirkung. Bleibt am Ball und setzt sie konsequent auf die Toilette. Loben nicht vergessen!

Schlafen

Schlafen ist und bleibt die Hauptbeschäftigung von Frettchen. Ein Frettchen schläft am Tag ca. 18-20 Stunden. Ist es allerdings wach, dann ist Action angesagt. Während des Schlafens nehmen die Frettchen die lustigsten Positionen ein, für uns Menschen sieht es teilweise richtig schmerzhaft aus. Frettchen sind um ihren gesunden Schlaf wirklich zu beneiden. Vielfach ist es sogar so, dass die Frettchen nicht einmal aufwachen, wenn man sie hochnimmt. Wenn sie aufwachen, ist zu beobachten, dass sie zittern. Dieses Zittern deutet nicht auf eine Krankheit hin, sondern ist zum Ankurbeln des Kreislaufs gedacht. Sie zittern sich im wahrsten Sinne des Wortes wach, um dann erst einmal auf Toilette zu gehen.

Ich schlafe nur...

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